CHRONIK

Der Krippenverein Inzigkofen

 Schon in den 80iger Jahren gab es Überlegungen im damaligen Pfarrgemeinderat, für die barocke Klosterkirche eine Weihnachtskrippe zu beschaffen, die in Größe und Ausstattung der barocken Schönheit und Pracht der Klosterkirche Inzigkofen entsprechend ausgelegt sein sollte. Ein Wunsch, der auch immer wieder von Gemeindemitgliedern ausgesprochen wurde. Im Jahre 1993 mündeten diese Bestrebungen dann in die Gründung des Krippenvereins Inzigkofen. Krippenvereine sind in der hiesigen Gegend eher selten, viel öfter trifft man sie im bayrischen Schwaben oder in Tirol an, also in Gegenden mit einer reichen, im Brauchtum verankerten, volkstümlichen Krippentradition.

Der Krippenverein Inzigkofen wurde am 28. März 1993 gegründet. Den Vorsitz übernahm Erwin Pfeifer, der dieses Amt bis 2009 bekleidete. Aus den zwölf Gründungsmitgliedern (Erich Beck, Kunigunde Beck, Josef Brändle, Werner Eberle, Hermann Fröhlich, Maria Grom, Eugen Henselmann, Hans Keutmann, Ursula Löffler, Renate Rieder, Anton Schmalz und Erwin Pfeifer) wurde folgende Vorstandschaft gewählt: 2. Vorsitzender Hans Keutmann, Schriftführerin Ursula Löffler, Kassiererin Maria Grom, Beisitzer Kunigunde Beck, Josef Brändle und Erich Beck, Kassenprüfer Werner Eberle und Hermann Fröhlich. In der Satzung wurden als wesentlicher Vereinszweck festgehalten: "Die Beschaffung und die Pflege der Weihnachtskrippe für die Klosterkirche Inzigkofen". Der Verein wurde in das Vereinsregister beim Amtsgericht Sigmaringen eingetragen.

 Am Jahresende 1993 gehörten dem Verein 22 Mitglieder an. Die aktuelle Mitgliederzahl beträgt 24 Personen, darunter auch einige Auswärtige. Die Zahl von 25 Mitgliedern erscheint relativ bescheiden. Sie steht aber in einem umgekehrten Verhältnis zu den vielfältigen Aktivitäten des Vereins seit der Gründung bis zum heutigen Tag, mit denen es gelang, das Interesse der Bevölkerung weit über die Ortsgrenzen hinaus zu wecken und ihre Bereitschaft zum Mitmachen und zur Unterstützung zu gewinnen. Gleichzeitig weist die geringe Mitgliederzahl einerseits und die große Effektivität andererseits aus, dass der Verein bis zum heutigen Tag jederzeit auf eine hochmotivierte Kerntruppe von aktiven Mitarbeitern zurückgreifen konnte.

  Von vorne herein war es dem Verein ein wesentliches Anliegen, das Interesse der Bevöl-kerung für die Beschaffung einer neuen Weihnachtskrippe zu wecken bzw. zu stärken, sowie das Wissen um die Krippenbaukultur in Vergangenheit und Gegenwart zu vermehren. Diesem Anliegen dienten regelmäßige, jährliche Krippenfahrten in der Weihnachtszeit zu bedeutenden Einzelkrippen, Krippenausstellungen und Museen im ganzen süddeutschen Raum und im benachbarten Ausland. Viele begeisterte Krippen-freunde, auch Nichtmitglieder, nahmen an diesen Krippenfahrten teil und manch einer wurde dadurch inzwischen zu einem richtigen Krippenexperten. Vorträge von Fachleuten dienten demselben Zweck, genauso wie die Gestaltung eigener Krippenausstellungen; mit überwältigender Resonanz,  vom 4. bis 11. Dezember 1994 in der Mehrzweckhalle Inzigkofen  mit rund 5000 Besuchern und vom 26. November bis zum 10. Dezember 2000 im Bürgersaal des Rathauses Inzigkofen mit rund 4000 Besuchern.

 Neben dem ideellen Erfolg konnte sich auch das wirtschaftliche Ergebnis sehen lassen. Der Verein war von Anfang an  darauf bedacht, durch entsprechende Veranstaltungen und Aktivitäten, eine finanzielle Basis für das Vorhaben "Neue Weihnachtskrippe" zu schaffen.

 Der große Erfolg der ersten Krippenausstellung machte Mut zu weiteren, ähnlichen Unternehmungen. So gab es in den folgenden Jahren nach der Ausstellung von Hobby-Künstlern, eine Schnitzer-Ausstellung verbunden mit der Bildstockeinweihung Ecke Römerstraße/Am Bildstock, eine Fotoausstellung mit historischen Bildern, eine Sammler- und Hobbyausstellung, eine Ausstellung von altem Spielzeug und eine Musikwoche mit einer Ausstellung von alten Musikinstrumenten. Im Jahr 2006 war aus Anlass des Jubiläumsjahres  „700 Jahre Inzigkofen und 650 Jahre Kloster Inzigkofen“  wieder eine große Krippenausstellung  im  Rathaus, die von mehr als 4000 Besuchern besucht wurde.

Die letzte große Krippenausstellung wurde 2012 in den Räumen des ehemaligen Klosters Inzigkofen und auf der Nonnenempore der Klosterkirche gezeigt. Eine Sonderausstellung mit Shona Steinkrippen im Kreuzgang konnte bis 2015 gezeigt werden.

  Nicht vergessen werden sollen die Beitragszahler, die Geld- und Sachspender und die Stifter von Krippenfiguren, ohne die so eine Aufgabe nicht lösbar wäre. Durch den Verkauf von Weihnachtsbäumen sowie durch die Beteiligung an Festen anderer Veranstalter kam auch Geld in die Kasse.
 
   
  
 www.krippenverein-inzigkofen.de